Herzlich WillkommenFachverband Deutscher Heilpraktiker Baden-Württemberg

DIE HEILPRAKTIKERMETHODEN

Alle therapeutischen Bemühungen des Heilpraktikers wenden sich an die aktive Beteiligung und Nutzung der Fähigkeit des menschlichen Organismus zur Selbstregulation. In der Diagnostik und Therapie ist diese Beteiligung und Nutzung der autonomen Ordnungs- und Heilungskräfte das Kernstück der Heilpraktikermethoden. Die Vielfalt an Diagnose- und Therapieverfahren ist Voraussetzung und Programm für die individuelle Erfassung und Behandlung der Krankheitssituation der Patienten und die unterschiedlichsten Fähigkeiten der HeilpraktikerInnen. Die Möglichkeiten zur Therapie von Erkrankungen reichen dabei von A wie Allergie bis Z wie Zoster. Ein kleiner Teil der bewährten „alten" und „neuen" Therapiemethoden des Heilpraktikers sind in der Folge kurz aufgeführt. Durch den Heilpraktiker nicht behandelt werden die im Infektionsschutzgesetz aufgeführten Krankheiten sowie Erkrankungen der Zähne und der Kiefer.

Die genannten Methoden wurden und werden von Heilpraktikern erarbeitet oder übernommen, angewandt und weiterentwickelt. Vieles davon stünde heute sonst nicht mehr in zeitgemäßer Form zur Verfügung oder wäre in Vergessenheit geraten.

 

 

Akupunktur

Die Akupunktur (lat. acus - Punkt, pungere - stechen) ist eine Jahrtausende alte Heilkunst der Chinesen. Die Anfänge reichen in das 3. Jahrtausend v. Chr. zurück. Zu einer Lehre wurde die Akupunktur entscheidend zusammengefasst durch den Philosophen Konfuzius (551 - 479 v. Chr.) Die drei wichtigsten Thesen der Akupunktur sind das „Chi (Lebenshauch, Lebenskraft)", die alles umfassende, bildende Kraft und dazugehörig Yin und Yang als zwei entgegengesetzte, doch komplementäre Aspekte, die auf allen Ebenen des Seins ihnen zugeordnete Entsprechungen haben. Als dritte Säule entwickelte sich noch das grundsätzliche Analogiesystem von den fünf Elementen (aus Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser), die ebenfalls ihre Zuordnung in allen Natur- und Lebenserscheinungen haben.

Yin bedeutet ursprünglich „Schattenseite". Es ist ein Sinnbild für die körperlich chemisch-physikalische Seite des Menschen, für das Ruhende, das Kühle, die Erde. Yang steht im übertragenen Sinne für die „Sonnenseite", das Energetische, das Aktive, das Warme, den Himmel.

Jedes dieser beiden Prinzipien ist in allem enthalten. Die rhythmische, sich selbst regulierende Fähigkeit zum Ausgleich am Maß des eigenen „Chi" ist Grundlage für die menschliche Gesundheit. Die fünf Elementenlehre besagt, dass alle Naturvorgänge einem dieser Elemente zugeordnet sind und jedes dieser Elemente einen Yin- und einen Yang-Anteil besitzt. Die Möglichkeit, auf das Chi mit seinen beiden Seiten Yin und Yang am menschlichen Organismus einzuwirken, geschieht über die Meridiane (Energiebahnen). Die Meridiane werden an ganz bestimmten Stellen, den Akupunkturpunkten, entsprechend den Regeln der Akupunktur, bezogen auf die Erkrankungen des Menschen mit feinsten Nadeln angestochen. Die Akupunktur ist eine „Entsprechungstherapie", bei der die Funktionsbereiche des menschlichen Organismus in Analogie zu den Erscheinungen der Natur und der Lebensgestaltung des Menschen gesehen werden.

Durch die verschiedenen kulturellen Einflüsse und weitergehenden Erfahrungen entstanden im Laufe der Zeit unterschiedliche Formen der Akupunktur, z.B. die Ohrakupunktur, die Schädelakupunktur, die Elektroakupunktur sowie spezielle Anwendungsarten wie z.B. die Schmerzakupunktur.

Ausleitungsverfahren

Ausleitungsverfahren beinhalten verschiedene naturheilkundliche Therapie-methoden, die auf Basis der sog. Säftelehre angewendet werden.

Zu diesen Therapiemethoden gehören u.a.:

  • Ableitung über Nieren und Darm
  • Aderlass
  • Blutegelbehandlung
  • Baunscheidtieren
  • Cantharidenpflasterbehandlung
  • Schröpfkopfbehandlung ("blutig" und "trocken") 

Das gemeinsame Ziel der Ausleitungsverfahren ist das Anfachen der Stoffwechselvorgänge im menschlichen Körper, um somit einen Heilungsprozess in Gang zu setzen.

Dieser Therapieansatz basiert auf der sog. Humoralpathologie (Säftelehre). Demnach entwickeln sich Krankheiten vorwiegend aufgrund einer nicht optimalen Zusammensetzung der Körpersäfte (Blut, Lymphe, Galle, Schleim) - Dyskrasie genannt. Mit den Ausleitungsverfahren wird therapeutisch auf die Körpersäfte eingewirkt.

Die Humoralmedizin war seit Hippokrates das tragende medizinische Denkmodell in der europäischen Heilkunde. Sie wurde im 19. Jahrhundert leider durch die Virchow'sche Zellularpathologie zurückgedrängt. Ein bekannter Vertreter dieser Therapiemethoden war der Wiener Arzt Bernhard Aschner (1883-1960). In seinem „Lehrbuch der Konstitutionstherapie" werden insgesamt 13 konstitutions- bzw. humoralpathologisch orientierte Methoden beschrieben. Ihm zu Ehren bezeichnet man heute die Ausleitungsverfahren auch als Aschner-Methoden.

HeilpraktikerInnen setzen diese nebenwirkungsarmen Therapien seit Generationen erfolgreich und zur Zufriedenheit der Patienten ein.

 

Augendiagnose (Irisdiagnose)

Die Nutzung von Hinweisen aus dem Auge ist schon aus der Chinesischen Medizin wie auch von Hippokrates und Philostrates bekannt. Die Augendiagnose ist durch Erfahrung und systematische Forschung zu einer äußerst wertvollen und oft unverzichtbaren Ergänzungs- und Hinweisdiagnostik für den Heilpraktiker geworden.In der Iris (Regenbogenhaut) sieht der Augendiagnostiker eine Widerspiegelung des Körpers mit all seinen Organen und Systemen, die sich in einer strengen logischen und systematischen Ordnung darstellen. Die Deutung der für die Augendiagnose wichtigen Zeichen, Strukturen, Pigmentationen sowie eine topographische Zuordnung der Segmente der Regenbogenhaut gehen auf den Arzt Dr. Ignatz von Peczely (1826 - 1911) und den Pfarrer Nils Liljequist (1851 - 1936) zurück. Dem „Lehmpastor" Emanuel Felke (1856 - 1926) gebührt der Verdienst, erstmalig durch seinen Sekretär veröffentlicht, die Grundsätze der Augendiagnose aus seiner langen Erfahrung dargestellt zu haben. Als eine Methode der sinnlichen Wahrnehmung ist sie nur schwer naturwissenschaftlich objektivierbar. Sie soll aber auch keine klinischen Befunde liefern oder ersetzen. Durch sie erkennt der Therapeut grundlegende Reaktionsweisen und anlagebedingte Schwachstellen, die ihm die Möglichkeit geben, auch schon im Vorfeld von Erkrankungen die möglichen Ursachen und den tendenziellen Verlauf des immer individuellen Krankseins zu erkennen, um sich dann zusammen mit einer weitergehenden Diagnostik dem eigentlichen Grundleiden einer Erkrankung therapeutisch zu nähern.

Biochemie nach Dr. Schüßler

Ein wichtiges Forschungsgebiet der Biologie ist die Biochemie. Sie umfasst die Beschreibung chemischer Abläufe und Zustände von Stoffwechsel, Atmung und Verdauung im menschlichen Organismus.

Der Begründer der „biochemischen Heilweise" Dr. Wilhelm Heinrich Schüßler (Oldenburg, 1821-1898), war an den ersten grundlegenden Entdeckungen der chemischen Forschung außerordentlich interessiert. Er sah in den chemischen Abläufen der Zellen den Schlüssel für das Verständnis vieler Krankheiten, die durch das Fehlen oder ein Ungleichgewicht von lebensnotwendigen Mineralstoffen entstehen. Aus diesen Überlegungen heraus begründete er seine Mineralsalztherapie, die bis heute einen festen Platz in der Naturheilkunde eingenommen hat. Die Biochemie ist eine medikamentöse Therapie. Es werden zwölf Mineralsalze in unterschiedlichen Stärken - D3, D6, D12 - für den jeweiligen Konstitutionstyp und die speziellen Krankheitsformen des Patienten angewendet. Kaum eine andere Arzneitherapie kommt dem sehr verständlichen Wunsch unserer Zeit nach Heilmitteln ohne schädliche Nebenwirkungen so sehr entgegen wie die Schüßlersche Biochemie.

Chiropraktik

Umfragen belegen, dass in unserer sogenannten westlichen Welt etwa 85 Prozent der Bevölkerung schon einmal Bekanntschaft mit Rückenschmerzen gemacht haben. Dieser hohe Prozentsatz ist die logische Konsequenz einer Lebensweise, die uns einerseits Bequemlichkeiten und Entlastungen beschert, andererseits aber unseren Körper heute in vielen Dingen übermäßig und oft sehr einseitig belastet. Dabei braucht man nur daran zu denken, wie viele Tätigkeiten im Privatleben und Beruf allein in sitzender Haltung erledigt werden müssen. Sitzen, besonders über längere Zeit, ist eine unnatürliche Körperhaltung. Wir alle wissen, dass wir zu wenig Bewegung haben - oder zu hart arbeiten. Den wenigsten ist bewusst, dass viele sogar im Schlaf die Wirbelsäule falsch belasten, wenn Sie z.B. auf einem durchhängenden Federrahmen mit einer zu weichen Matratze liegen.

Bereits der griechische Arzt Hippokrates forderte, bei jeder Erkrankung auch an der Wirbelsäule nach den Ursachen zu forschen. Dieses Verfahren, Fehlstellungen der Wirbelsäule mit Hilfe der Hände zu behandeln, nennt man seit 1895 durch die Veröffentlichungen des Amerikaners D. D. Palmer „Chiropraktik". Die entsprechenden Behandlungstechniken sind aber wesentlich älter und wurden auch von den Berufsvorgängern der Heilpraktiker (sog. Knochensetzern) bereits systematisch angewandt, was zahlreiche Beispiele und Familienbiografien belegen.

Heute wird sie in Deutschland von vielen HeilpraktikerInnen bei Schmerzen und Bewegungseinschränkungen des Stütz- und Bewegungsapparates eingesetzt. Da in der Wirbelsäule das Rückenmark verläuft, das sämtliche Organe über Nerven mit dem Gehirn verbindet, können Fehlstellungen der Wirbelsäule zu Störungen anderer Organe führen. Deshalb kann man mit gezielten Handgriffen an den entsprechenden Wirbeln evtl. auch Störungen an anderen Organen beheben.

Die Chiropraktik durch ausgebildete Therapeuten ist bei Beachtung etwaiger Gegenanzeigen schmerzlos und unschädlich.

Homöopathie

Ähnliches möge mit Ähnlichem geheilt werden. (Similia similibus curentur). Dieses therapeutische Prinzip ist seit der Antike schon von Aristoteles überliefert bekannt. Doch erst Samuel Hahnemann (1755 - 1843) hat als erster dieses Heilungsprinzip systematisch beobachtet, erforscht, angewandt und 1810 seine Erkenntnisse und die Gesetzmäßigkeiten in dem „Organon der rationellen Heilkunde" veröffentlicht. Das wesentliche Prinzip der Homöopathie, die Ähnlichkeitsregel, besagt, dass eine Substanz, die ein dem Krankheitsbild des Patienten ähnliches Leiden am gesunden Menschen erzeugen kann (Vergiftungssymptome), homöopathisch aufbereitet, auch die Krankheit des Patienten heilen kann. Diese Umwandlung der Wirkung eines Stoffes vom Krankmachenden zum Gesundenden geschieht durch einen speziellen homöopathischen Herstellungsvorgang für homöopathische Arzneien. Die Arzneiausgangsstoffe werden durch ein genau festgelegtes Potenzieren oder Dynamisieren (Verschütteln, verreiben, „verdünnen") verwandelt. Mit jeder schrittweisen Potenzierung (z.B. 1:10 = D1, oder 1:100 = C1) wird eine zunehmende Umwandlung der „Arzneimaterie" in eine der Substanz typische „Arzneienergie" bewirkt. Ab der Potenzstufe D24 oder C12 ist kein chemisches Molekül der Ausgangssubstanz in der jetzt homöopathischen Arznei mehr vorhanden.

Im Lichte der Denkmodelle von C.G. Jung erscheinen die Prinzipien der Homöopathie logisch und verständlich, durch die neuere Physik der Planckschen Quanten- und der Einsteinschen Relativitätstheorie wissen wir, dass Materie/Masse und Energie/Information sich gegenseitig bedingen und wandelbar sind. Jeder Stoff hat auch eine energetische, informelle und nicht nur eine chemische Wirkung. Hahnemann ging davon aus, dass das Symptom, das Krankheitszeichen, nur der Vollzug, das Sichtbare und Fühlbare ist. Zugrunde jedoch liegt immer eine Störung der energetischen informellen Ordnungskräfte, die Hahnemann die Lebenskraft nannte. So wirken materielle Substanzen auf die stoffliche Seite des Organismus, homöopathisch potenzierte jedoch auf die energetische, „dynamische, geistartige" den Organismus lenkende, erhaltende Lebenskraft.

Neben der Handhabung der Ähnlichkeitsregel, der ausreichenden Kenntnis der spezifischen Wirkung der Arzneimittel und dem Wissen der homöopathischen Gabenlehre, ist für die homöopathische Behandlung, besonders der chronischen Krankheiten, die Miasmenlehre (ererbte oder erworbene Schwächen, „Konstitution") von entscheidender Bedeutung für eine individuelle Arzneimittelfindung.

Neben der „Klassischen Homöopathie" bei der vorwiegend mit Einzelmitteln, also mit der Verabreichung nur eines Mittels therapiert wird, gibt es auch noch die „Komplexmittel-Homöopathie" bei der mehrere Mittel, die sich für eine bestimmte Indikation gegenseitig ergänzen, gleichzeitig eingesetzt werden.

Kinesiologie

Kinesiologie bedeutet ursprünglich Lehre von der Bewegung. Bewegung stellt eine elementare Ausdrucksform alles Lebendigen dar, in der sich jede körperliche und seelische Empfindung widerspiegelt, sowohl in der äußeren Körperbewegung als auch in der autonomen Bewegung im Körperinneren wie der Atmung, der Verdauung oder des Blutkreislaufs. Diese Beweglichkeit im weitesten Sinne ermöglicht den ungehinderten Fluss der Lebensenergie, ihr Aufhören bedeutet Stillstand und Tod. Die Kinesiologie arbeitet mit der „Bewegungsenergie" mit dem Ziel, Blockierungen zu erkennen und durch sanfte, individuell angepasste Methoden zu lösen.

Ihre Anfänge liegen in den 60er Jahren, als der amerikanische Chiropraktiker George Goodheart auf der Basis der Akupunkturlehre und des Wissens um die Energieleitbahnen (Meridiane) erkannte, dass ein Zusammenhang zwischen spezifischen Muskeln, Meridianen und Organen sowie seelischen Zuständen besteht. Er beobachtete, dass über die Überprüfung der Muskulatur, genauer gesagt ihres Spannungszustandes, Rückschlüsse auf die körperliche und seelische Befindlichkeit des Patienten gezogen werden können. Er entwickelte daraus ein Muskeltestverfahren, das auf folgender Erkenntnis beruht:Der Organismus ist in einem ständigen Kommunikationsprozess mit der Umwelt, im Geben und Nehmen, im Agieren und Reagieren und befindet sich so in einem stets neu zu erringenden, lebendigen Fließgleichgewicht, das durch das individuelle Maß jedes Menschen bestimmt wird. Auf äußere und innere Reize reagiert er mit dem Bemühen, sein Gleichgewicht aufrecht zu erhalten. Gelingt ihm diese Regulation nicht, entsteht Stress, der eine Änderung der Muskelspannung bewirkt und damit testbar wird.. Die auslösenden Reize können nun von ganz verschiedener Art sein, substanziell (z.B. Nahrungsmittel, Medikamente, Toxine), energetisch (elektromagnetische Felder, Strahlung usw.) aber auch seelisch-geistiger Natur (wie Gedanken, Gefühle und Erlebnisse). Die Methode des Muskeltestes wurde in der weiteren Entwicklung von anderen Disziplinen aufgegriffen und nutzbar gemacht, so dass es heute eine Vielzahl von Anwendungsbereichen gibt. z.B. in der Medizin, der Psychologie und der Pädagogik.

Neuraltheraphie

Die Neuraltherapie, eine Therapie über das Nervensystem, ist in der Lage, ein breites Spektrum verschiedener Erkrankungen zu heilen oder zu lindern. Vielfach stellt sie die einzige Möglichkeit dar, chronische oder akute Leiden ursächlich zu behandeln. Sie basiert auf der Entdeckung der Gebrüder F. u. W. Huneke, dass Krankheiten häufig durch sogenannte Störfelder verursacht sind. Störfelder im Sinne der Neuraltherapie n. Huneke können z.B. Narben von Operationen sowie bestehende oder vergangene Erkrankungen z.B. ein Magengeschwür sein. Diese Störfelder behindern oder verändern die Grundfunktion des Nervensystems, es entstehen krankhafte Steuerungs- und Regelvorgänge (Krankheiten) im Organismus. Durch die gezielte Injektionstherapie (Neuraltherapie) mit einem lokal schmerzauflösenden Medikament (Lokalanästhetika) an die möglichen Störfelder können Erkrankungen an jeder Stelle des Körpers durch die Lösung der Regulationsstarre sofort verschwinden (Sekunden- oder Hunekephänomen).

Eine zweite Form der Neuraltherapie ist die Segmenttherapie. Hier werden die nervlichen Verbindungen von den menschlichen inneren Organen mit der Hautoberfläche zur therapeutischen Reizsetzung genutzt. Das Arzneimittel wird dazu in die Hautoberfläche (intracutan) injiziert, was zur vorübergehenden Bildung von kleinen Bläschen (sog. Quaddeln) führt.

Pflanzenheilkunde

Pflanzenheilkunde (Phytotherapie) ist die Anwendung von Heil- bzw. Arzneipflanzen beim kranken Menschen. Sie ist aus der alten Kräuterheilkunde hervorgegangen, die erstmals bei Imhotep, einem ägyptischen Priesterarzt, Erwähnung findet. Weitere berühmte Anwender waren Galen, der Leibarzt des römischen Kaisers Marc Aurel, sowie Paracelsus und die Heilige Äbtissin Hildegard von Bingen. Über die vielen Kräuterheilkundigen des Mittelalters wurde Phytotherapie, trotz des aktuellen Aufschwungs der Chemie, bis in unsere heutige Zeit überliefert und besonders von HeilpraktikerInnen erhalten und weiterentwickelt. Die Pflanzenheilkunde nutzt den reinen Pflanzenauszug, z.B. aus Blättern, Blüten oder dem Wurzelstock und auch aus der gesamten Arzneipflanze. Sie ist nicht zu verwechseln mit Homöopathie, bei der u.a. auch Pflanzen eingesetzt werden, jedoch in einer anderen Aufbereitungsform. Es gibt Pflanzen mit einer stärkeren oder sanfteren Heilwirkung, was besagt, dass sie nicht sorglos, sondern teilweise mit großer Vorsicht anzuwenden sind. Selbst die klassischen Mittel wie Kamille, Pfefferminze oder Brennessel, die bei vielen Krankheitsbildern eine große Heilwirkung haben, dürfen nicht ständig genossen werden. Die pflanzlichen Heilmittel sind heute größtenteils in Form von fertigen Mischungen als Tropfen, Tabletten, Salben, Tinkturen und Öl verfügbar. Ihr/e HeilpraktikerIn kann Ihnen auch eine individuell auf ihr Beschwerdebild abgestimmte Teemischung aus verschiedenen Kräutern zusammenstellen, wodurch häufig noch bessere Heilerfolge erzielt werden.

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